Samstag, 2. November 2013

Tag 2

 Der erste Klassiker des Tages stand direkt vor meinem Hotel:
Das Motiv passt zwar nicht gerade gut zu meinen anderen "Paris classique" Fotos, aber aus zwei Gründen muss das Foto einfach sein:
1. Paris war ich den 80ern, und das ist die jüngste Epoche, die ich auf meiner Fotoreise gerade noch als klassisch durchgehen lassen will, die Welthauptstadt der Motorräder. Nicht der Vespas sondern Motorräder aller Art. Inzwischen hat sich Paris übrigends anderen europäischen Metropolen angepasst, man sieht hier nicht viel mehr Mopeds rumdüsen wie in München.
2. Zu dieser Zeit war ich ein großer Motorradfan, ich las regelmäßig das Magazin "Easy Rider". Ein 125er Chopper galt für mich als das ultimative Motorrad, bereits 10 PS waren eine deutliche Verbesserung zum Fahrrad.

Apropos Fahrrad, meines stand um 9:30 bereit, eine wirklich große Bereicherung für diesen kurzen Trip nach Paris. Der erste Zwischenstopp war am Centre Pompidou, absolut kein Motiv für S/W Filmmaterial, so bunt wie es da zugeht. Nikki de Saint Phalle kennt man vielleicht vom Tarotgarten in der südlichen Toskana.
Vorbei am Rathaus (unfotografierbar wegen einer Art Gesundheitsmesse auf sem kompletten Platz) war der erste richtige Stop Notre Dame. Auch dieser Klassiker war durch eine riesige Tribüne verunstaltet, also gibt es die Westansicht nur beschnitten:
An den Schlangen am Eingang hat sich die letzten 50 Jahre vermutlich wenig verändert, somit kann diese Ansicht wohl auch guten Gewissens hier gezeigt werden:

Vom quartier latin war ich dann etwas enttäuscht, die Auswahl an malerischen Staßencafes war sehr übersichtlich. Längere Zeit war ich dann aber im Jardin de Luxembourg, der zahlreiche Ecken und Ansichten bietet, an denen die Zeit stehen geblieben ist. In diese Kategorie fälls sicherlich dieses kleine Cafe:

Am benachbarten Beunnen kann man sich kleine Segelbötchen ausleihen, hier ein einheimisches Mädchen mit der hier typischen Baskenmütze:
Diesen prächtigen Bau habe ich auch noch in meiner Lieblingsvariante, also so symmetrisch wie möglich, anzubieten. Das Foto sieht in Farbe aber doch deutlich besser aus, wegen des Grünzeugs und der knallig-rosanen Blümchen:

Auch sehr pitoresk fand ich diesen echten Flic am Kiosk. Leider traute ich mich nicht, ihn zu fragen, ihn meine Kamera zu lächeln. Ich kam mir eh schon wie Spitzl vor, ich hatte schließlich keine langen Brennweiten im Gepäck (hier 50 mm)

Das Ende diese netten Parks ziert dieser Brunnen:

Nächster Stop war dann die Oper.
(Um winmal nicht die symmetrische Ansicht der kompletten Front zu zeigen)
Die Oper bereiste ich per Metro, nachdem mir kurzzeitig mir kurzzritig der Nieselregen zu heftig wurde. Zurück beo meinem Radl ging es dann über Militärmuseum zur Alexanderbrücke, wo ich folgendes Wesen anziehend fand:

Von dort aus kann man schon diesen eigenartigen ägyptischen Obelisk sehen, der Zentrum der Place de la Concorde ist. Nett ist zwar dieser zusammen mit dem Meeresbrunnen
Aber irgiemdwie stiehlt im dieser die Schau, welshalb ich den Brunnen nochmal von seiner besten Seite (Ihr ahnt es schon, so symmetrisch wie möglich) präsentieren:
Den Schnitt musste ich etwas enger wählen, da links daneben ein Baukran stand und auch der Schritt nach hinten nur unter Einsatz meines jungen Lebens möglich gewesen wäre - er steht auf einer Verkehrsinsel, und außenrum wuseln die Autos.

Die Champs Elyssee gejören zu den meist fotografierten Straßen überhaupt, aber ich ließ diese erst mal aus. Nicht, weil ich so ein Snob wäre, sondern weil diese Straße am besten nachts aussieht, dann natürlich auch in Farbe. Es wartet aber den Place Charle de Gaules ( aka l'Etoile aka Arc de Triomphe) eine weitaus größere Herausforderung : diesen einmal zum Umfahren, ohne vom Radl geholt zu werden. Was soll ich sagen .... geschafft! ;-)
Letzter Stop vor der Nightsession war dann diese alte Geschäft. Den Wagen rechts müsste ich noch wegstempeln, obwohl man wohl nur als Profi zu erkennen vermag, dass dieses Fahrzeug neuerer Bauart ist.

Nach einer kurzen Pause ging es dann nur Nightsession bzw. siege a la nuit.
Nach dem Meeresbrunnen (nicht schlecht geworden, aber die Lampen erzeugten doch einige Flares/ Coma an meinem alten 28 mm AIs) wollte ich zuerst die Prachtstraße, die das Etoile mit der Place de la Concorde verbindet. Das Vorhaben war durchaus anspruchsvoll. Von ganz hinten war mein 85er deutlich zu kurz (ok, alles Geschmackssache, manche Kollegen knipsen von dort aus mit ohrer 18/55 Kitlinse). Also das Stativ unter den Arm geklemmt und weiter nach Westen marschiert. Nächstes Problem: Grelle Ampeln zu nahe an der Kamera, die zerstören den Anblick des Triumpfbogens. Also nochmal weiter ziehen, etwa in der Mitte gab es endlich einen Punkt, an dem keine zu aufdringlichen Ampeln den Anblick stören. Jetzt musste ich nur noch einen schönen und sicheren Standort für mein Stativ finden. Zwar hätte ich das Foto auch aus der Hand schißen können, aber erstens wollte ich schöne Blendensterne an den Lichtern erzeugen (Blende 16) und zweitens verschmierte Autolichter, die den Blick zum Bogen leiten. Nach Experimenten mit dem Graufilter (erzeugte aber ein paar Reflexe) war ich dann doch ganz zufrieden. Wirkt aber nur in Farbe, zum Glück gibts schon seit ca. 80 Jahren Farbfilm ;-)

Auch wenn man das Moulin Rouge nicht als Moulin Gris abbilden möchte, empfiehlt sich der Einsatz halbwegs moderner Technik:

Zu diesem Foto muss ich noch ein paar Anmerkungen los werden. Der Pigalle (auch wenn das Moulin Rouge eine Metrostation ("Blanche") weiter liegt, ist ein typisches Rotlichtviertel, aber eher in seiner angenehmen Form, vergleichbar mit Amsterdam. Sehr viele Touristen sind hier, aber eher wegen Döner und Bierkneipen. "Putes" sind hier Mangelware ich Vergleich zu St. Denis.
An dem Abend nieselte es gerade sehr stark und witzigerweise befindet sich gerade in bester Fotoposition ( nicht zu verpassen wegen der vielen Kollegen) ein Ubahn-Schacht) aus dem viele warme Luft herauf strömt. dadurch schafft es der Regen gar nicht bis zum Boden und man selbst kann sich etwas erwärmen...


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